Die aufgegebenen Bahnhofsanlagen
Bisher:
Mit der Stillegung der Bachbahn wurden die Bahnhofsanlagen in Weilerbach zwecklos und dienen heute überwiegend als Lager- und Abstellräume. Das alte Gleisfeld wurde eingeebnet und dient als
Parkplatz. Die alten Gewerbehallen bieten dem modernen Werk der FUCHS-LUBRITECH nur unzureichend Raum.
Das ehemalige Gleisfeld
Erweiterungsmöglichkeiten finden sich keine, Auflagen zum Schutz der umgebenden Wohnbebauung vor Lärm schränken den Betrieb weiter ein. Seit der Fabrikerweiterung der Firma im Industriegebiet Nord ist die komplette Werksverlagerung nach Kaiserslautern absehbar. Mittlerweile wurde diese Pläne sogar schon konkretisiert. Damit steht in naher Zukunft in Weilerbach ein Areal von über 3,5 Hektar zur Disposition.
Das Werksgelände der Fa. FUCHS-LUBRITECH
Aufgrund des hohen Störfaktors auf die umgebende Wohnbebauung soll das Gelände zukünftig nicht anderweitig gewerblich genutzt, sondern in ein Wohngebiet umgewandelt werden (=Konversion). Mit
dieser planerisch schwierigen Aufgabe wurde deshalb nicht ein konventionelles Ingenieurbüro, sondern das Lehrgebiet Ländliche Ortsentwicklungsplanung (LOP) der Universität Kaiserslautern
beauftragt.
Mittlerweile hat sich der Gemeinderat auf ein Bebauungskonzept geeinigt.
Das städtebauliche Konzept
Dieses sieht vor, alle vorhandene Bebauung zu entfernen. Darunter fällt auch der alte Bahnhof mit Jugendtreff, da dieser zukünftig im neuen evangelischen Pfarrheim seinen Platz haben wird. Ebenso entfällt die Hans-Rainer-Straße. Die Bahnhofstraße mit ihrer charakteristischen Baumreihe bleibt bestehen, wird aber im weiteren Verlauf etwas verlagert. Parallel dazu verläuft der Radweg - zukünftig bis an die Hauptstraße. An dieser Stelle entsteht ein neuer Veranstaltungsplatz. Eine Flächenbilanz:
| Typ | Fläche absolut | Fläche relativ |
| Wohnbauland: | 19.645 m² | 52% |
| geplante Grundstücke | 48 Stück |
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| durchschnittliche Grundstücksgröße | ca. 409 m² |
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| Verkehrsflächen: | 6.225 m² | 17% |
| davon Haupterschließungsstraße | 4.250 m² |
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| davon Anliegerstraßen | 1.885 m² |
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| davon Fußwege | 90 m² |
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| Öffentliche Flächen: | 6.400 m² | 17% |
| davon Grünflächen | 500 m² |
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| davon Veranstaltungsplatz | 5.630 m² |
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| davon Parkplatz | 270 m² |
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| Privates Anwesen im Plangebiet: | 5.240 m² | 14% |
| Plangebiet: | 37.510 m² | 100% |
08. Juni 2007:
Der Ortsgemeinderat Weilerbach beschließt die Aufstellung eines Bebauungsplanes "Alter Bahnhof". LOP erhält den Auftrag, das vorliegende Gestaltungskonzept zu einem rechtsgültigen Bebauungsplan
umzuarbeiten.
22. November 2007:
Die Bekanntmachung des Aufstellungsbeschlusses inklusive der erforderlichen Angaben erfolgte am 26.07.2007.
Mit dem Planentwurf selbst hat sich der Haupt- und Finanzausschuss am 15.11.2007 befasst. Prof. Ziegler erläuterte die Einzelheiten des Planentwurfes sowie der textlichen Festsetzungen. Dabei
wurden einige kleinere Änderungswünsche seitens des Ausschusses vorgetragen, die eingearbeitet werden sollen:
Der Entwurfsplanung, der Durchführung der Öffentlichkeitsbeteiligung und der Beteiligung der betroffenen Behörden wird zugestimmt.
17. April 2008:
In Bezug auf die Kontaminierung von Flächen im Plangebiet konnte mit der SGD-Süd, Regionalstelle Wasser- und Abfallwirtschaft, Bodenschutz eine einvernehmliche Lösung erzielt werden. Das Gleiche
gilt für die Oberflächenwasserbewirtschaftung. Eine Altlastbewertung des Gleiskörpers sollte allerdings bis zur endgültigen Entscheidung der Entwidmung bzw. dem Erwerb durch die Ortsgemeinde
Weilerbach zurückgestellt werden. Die Thematik des Freizeitlärms im Bereich des geplanten Dorfplatzes ist durch entsprechende Festsetzungen gelöst.
Der Bebauungsplanentwurf „Alter Bahnhof" wird in der ergänzten Fassung (Stand 8. April 2008) zugestimmt.
Peter Urschel
Mit der Überplanung wird dieser Ortsteil grundlegend verändert. Die durch den Wegzug der Fa. Fuchs-Lubritech entstehenden Nachteile, insbesondere die Verlagerung der Arbeitsplätze und der Verlust
der Einnahmen aus der Gewerbesteuer sind für die Gemeinde nur schwer zu kompensieren. Dennoch befürwortet die CDU dieses Projekt. Entscheidendes Argument hierfür ist, dass die vorgesehenen
Maßnahmen eine enorme Aufwertung dieses Gebietes bedeuten, welche den Wohnwert hebt und die Lebensqualität für die Anlieger spürbar steigert.
Durch die Verlegung des Dorfplatzes wird bei Veranstaltungen auf dem zukünftigen Veranstaltungsplatz die Sperrung der Mackenbacher Straße vermieden. Bei Kerwe, Dorffest und Bauernmarkt bietet
sich zusätzlich die Möglichkeit, das Angebot zu erweitern. Damit wird die Maßnahme auch zu einem Gewinn für die gesamte Gemeinde und alle Bürger.