Geschichte

Vor etwa 60 Jahren...

Weilerbach Ortseingang Hauptstraße, 1946 Weilerbach Ortseingang Hauptstraße, 1946

Wir schreiben das Jahr 1945. Ganz Deutschland ist von alliierten Truppen besetzt. Das Elend eines langen Krieges, dazu Hunger und Not prägen eine ganze Generation. Sinn und Bedeutung von Politik wird durch einen jahrelangen Machtmissbrauch nun erheblich in Frage gestellt. Dennoch schließen sich in diesen schweren Zeiten allen widrigen Umständen zum Trotz einige unerbittliche Optimisten zu einer Partei zusammen, die Deutschlands Zukunft alsbald in die Hand nehmen soll. Die Älteren unter den Mitgliedern waren bereits vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten in den Parteien "Bayerische Volkspartei" oder "Zentrum" politisch aktiv gewesen. Schon in der ersten Jahreshälfte 1946 entfaltet die CDU binnen Kurzem im gesamten Bundesgebiet eine emsige Tätigkeit.

Die Gründung des CDU Ortsverbandes Weilerbach

Für die Pfalz hat die französische Militärregierung für den 15. September 1946 Gemeindewahlen ausgeschrieben.

Jakob Fendler (l)  -   Jakob Lorch (r) Jakob Fendler (l) - Jakob Lorch (r)

Anhänger der neuen Volkspartei wollen auch in Weilerbach bei den ersten freien Gemeindewahlen antreten und Verantwortung für die Gestaltung der Zukunft ihres Heimatdorfes übernehmen. Am Sonntag, den 5. Mai 1946, kommen 15 Weilerbacher Bürger beim "Lang Fritz" zur Gründung des Weilerbacher Ortsverbandes der CDU zusammen. Die kleine Schar wählt eine Vorstandschaft.

Erster Vorsitzender wird der 63 Jahre alte Jakob Lorch. Sein Stellvertreter wird der 59-jährige Jakob Fendler. In einem Schreiben vom 11. Mai 1946 wird der neugegründete Ortsverband durch das damals zuständige Landstuhler Gebietssekretariat der CDU bei der Gemeinde angemeldet.

Gründungsurkunde vom 11. Mai 1946 Gründungsurkunde vom 11. Mai 1946

Am darauffolgenden Sonntag stellt sich der neue Ortsverband voller Stolz der Öffentlichkeit vor.

Die ersten Gemeindewahlen

Der CDU-Ortsverband Weilerbach benannte im August 1946 in seinem Wahlvorschlag zehn Bewerber für die insgesamt 16 Gemeinderatssitze:

  • den Rentner und früheren Fabrikarbeiter Wilhelm Albrecht,
  • den Arbeitsamtsvorstand und Vorsitzenden der CDU Jakob Lorch,
  • den Obersekretär und stellvertretenden Vorsitzenden der CDU Jakob Fendler,
  • den Bahnarbeiter Jakob Bungert,
  • den Rangier-Aufseher Johann Becker,
  • den Tagner Jakob Nothof,
  • den Fabrikarbeiter Wilhelm Schäfer,
  • den Lagerist Jakob Schording,
  • den Maurer August Rinder.


Anno dazumal zählte Weilerbach etwa 1800 Einwohner. 951 wahlberechtigte Bürger hatten bis zum Abend des Tages ihre Stimmen abgegeben. Vier Parteien schafften den Einzug in den Rat:

Wahlergebnis 15.9.1946 Wahlergebnis 15.9.1946

Die CDU erhielt 7 Sitze, die SPD 4. Der Soziale Volksbund (SV, Vorläufer der späteren FDP und FWG) erhielt ebenfalls 4 Sitze, die Kommunisten einen.

Für die CDU war das Ergebnis respektabel. Obwohl sieben CDU-Stimmen neun Stimmen anderer politischer Gruppierungen gegenüberstanden, einigte man sich auf den CDU-Spitzenkandidaten Albrecht als Bürgermeister und auf Jakob Lorch als Beigeordneten. Man setzte klugerweise mehr auf Erfahrung und bewiesenes Können als auf die Farbe der Partei.

Die jungen Wilden

Logo der JU Rheinland-Pfalz Logo der JU Rheinland-Pfalz

Seit 1970 greift auch die Nachwuchsorganisation der CDU, die Junge Union, verstärkt in das kommunalpolitische Geschehen ein. Unter Führung des Weilerbacher JU-Ortsverbandes entfaltet der Gemeindeverband der Jungen Union eine außerordentlich intensive und erfolgreiche Tätigkeit. Der Verbandsführung gelingt es - in der Zeit heftiger bundespolitischer Turbulenzen - über mehrere Jahre hinweg eine große Gruppe junger Menschen aktiv in die kommunale Politik einzubeziehen. Die Effektivität und Durchschlagskraft des CDU-Nachwuchses zeigt sich unter anderem in den damals noch keineswegs im Zentrum des öffentlichen Bewusstseins stehenden Fragen des Natur- und Umweltschutzes. (von den "Grünen" und sonstigen Umweltverbänden spricht noch keiner).
Die Junge Union leitete bereits zu Beginn der 70er Jahre bei der Kreisverwaltung die ersten Schritte zur Unterschutzstellung des "Krause Bruches" ein, das in dieser Zeit zu einer Müllkippe zu verkommen drohte. Auch um die Bildung der "Sozialstation" hatte sie sich bemüht und stand in vorderster Front als es darum ging, die Hauptschule für Weilerbach zu erkämpfen.

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